Argentinien bei der WM 2018

Argentinien-Coach Jorge Sampaoli: Der, der auf das DFB-Team und Arturo Vidal schimpft

Mit Argentinien bei der WM 2018: Jorge Sampaoli. (Foto: imago/ITAR-TASS)
Mit Argentinien bei der WM 2018: Jorge Sampaoli. (Foto: imago/ITAR-TASS)

Nationalcoach Jorge Sampaoli sieht Argentinien rund um Superstar Lionel Messi als einen WM-Favoriten bei der WM 2018 in Russland. Obwohl die „Albiceleste“ schwächelt. Vom DFB-Team hat Sampaoli keine hohe Meinung. Und von Arturo Vidal vom FC Bayern offenbar schon gar nicht.

„Ich nenne nicht Deutschland, weil ich nicht mag, wie sie spielen!“ Klare Ansage von Jorge Sampaoli mit Blick auf die WM 2018 in Russland. Für den Nationalcoach von Argentinien gehört das DFB-Team nicht zu den WM-Favoriten, stattdessen Brasilien, Frankreich, Spanien – und Argentinien (Lesen Sie auch: Stadien, Spielorte, Gruppen – alle Infos zur WM 2018).

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Zwar habe die DFB-Auswahl „eine sehr gute Struktur“, aber keine Superstars in ihren Reihen wie die anderen Fußball-Großmächte, meinte der 57-Jährige bei einer Fragestunde mit Studenten einer Journalistenschule in Buenos Aires. Wer ist dieser Mann, der Deutschland so wenig zutraut? die-mannschaft.blog stellt Argentinien-Coach Jorge Sampaoli vor.

Jorge Sampaoli führt Chile zum Copa-America-Sieg

Seine Trainer-Stationen: 2015 führte Sampaoli Chile zum Sieg bei der Copa America im eigenen Land. Etwas mehr als drei Jahre trainierte der Argentinier die Chilenen, hatte laut dem Fachportal transfermarkt.de in 42 Partien einen Punkteschnitt von 2,07.

Auch beim FC Sevilla war der einstige Mittelfeldspieler in der Saison 2016/17 – seiner einzigen in Südwestspanien – erfolgreich, erreichte in der Primera Division Platz vier. Dann folgte der Ruf aus der Heimat, samt Fünf-Jahres-Vertrag. Sampaoli sollte die schwer ins Wanken geratene Albiceleste noch zur WM 2018 führen – was ihm schließlich auf den letzten Drücker auch gelang.

Jorge Sampaoli kritisiert Arturo Vidal

Seine Fußball-Philosophie: 3-4-2-1, 4-2-3-1, 3-4-3, 3-5-2 – Sampaoli ist kreativ, was seine taktischen Grundformationen betrifft. Man könnte auch sagen, der argentinische Nationaltrainer hat sein ideales System mit Blick auf die WM 2018 (noch) nicht gefunden.

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Auffällig ist, dass Sampaoli laut Fachportal Spielverlagerung.de weiträumig angreifen lässt, keine engmaschigen Tikki-Takka-Fußball präferiert. Gegenpressing ist ebenfalls Teil seines Fußballs. Er beharrt jedoch nicht engstirnig darauf wie andere Trainer, erlaubt seinem Team auch mal den ruhigen Ball zu spielen.

Was er aber unumstößlich voraussetzt: unbedingt Disziplin. So kritisierte er etwa sein Ex-Team Chile nach dem Verpassen der WM 2018, und insbesondere Arturo Vidal vom FC Bayern. Wohl gemerkt, als er nicht mehr Trainer der Chilenen war.

„Er genießt gerne und kontrolliert sich dabei nicht. Als wir im Flieger nach Lima saßen, hat er mich gefragt, ob er ein Bier aufmachen dürfe, das er sich am Flughafen gekauft hatte. Ich sagte nein. Er und andere haben dann eine Flasche Whiskey geöffnet“, erzählte er einmal dem Portal Las Ultimas Noticias über den Bayern-Star.

Selbstbewusstsein typisch für Jorge Sampaoli

Seine Stärke (n): Sampaoli hat eine große Gier nach Erfolg, redet sein Team selbst in Schwächephasen stark. Für ihn geht es nicht darum, auf das Spiel eines Gegners zu reagieren, sondern einem Gegner sein Spiel aufzuzwängen.

Trainierte einst den FC Sevilla: Jorge Sampaoli, Coach von Argentinien bei der WM 2018. (Foto: imago/Cordon Press)
Trainierte einst den FC Sevilla: Jorge Sampaoli, Coach von Argentinien bei der WM 2018. (Foto: imago/Cordon Press)

Gleichzeitig lässt sich der an beiden Oberarmen markant tätowierte Sampaoli bei seinen Ideen nicht unter Druck setzen. Völlig unkonventionell vertraut er neuerdings auf eine Doppelspitze, und zieht es dann auch durch.

Ist Jorge Sampaoli zu selbstbewusst?

Seine Schwäche (n): Sampaoli ist vielleicht zu selbstbewusst. So redet er sein Team nicht nur stark, sondern Schwächephasen auch schön. Dass die „Albiceleste“ die Fußball-WM beinahe verpasst hätte, war für ihn nie ein besorgniserregendes Thema.

Stattdessen glaubt er fest daran, dass einzelne Spieler – in seinem Fall Lionel Messi vom FC Barcelona – ganze Spiele und sogar Titel entscheiden können. Ob er da mal nicht zu forsch ist? Bei der WM 2018 wird es sich zeigen, zunächst in Vorrundengruppe D gegen Island, Kroatien und Nigeria.

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