WM 2018 in Russland

WM 2018: Russland: Der Gastgeber – Putins Turnier zwischen Ural und Schwarzem Meer

Präsident von Russland: Wladimir Putin. (Foto: imago/ITAR-TASS)
Präsident von Russland: Wladimir Putin. (Foto: imago/ITAR-TASS)

Erstmals überhaupt wird mit der WM 2018 ein großes Fußball-Turnier in Russland ausgetragen. Die erfolgreiche Bewerbung darf als Erfolg für Wladimir Putin bezeichnet werden. Der russische Präsident gilt als Fußball-Fan, viele der mehr als 140 Millionen Einwohner begeistern sich für diesen Sport.

WM 2018 vor allem im Südwesten von Russland

Die WM 2018 wird derweil fast ausschließlich im Südwesten und Westen des Landes gespielt, zwischen der Millionen-Metropole St. Petersburg am Finnischen Meerbusen, der Hauptstadt Moskau, Rostow am Don, Sotschi am Schwarzen Meer und Jekaterinburg am Uralgebirge, dem östlichsten WM-Spielort.

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Kaliningrad, Wolgograd, Saransk, Samara, Nischni Nowgorod und den Fußball-Fans das wohl am ehesten bekannte Kasan sind weitere WM-Spielorte des Turniers in Russland.

Große Erfolge der Sowjetunion im Fußball

Die multiethnische Nation galt einst als Sowjetunion mit anderen ehemaligen Sowjetrepubliken – wie der Ukraine oder Weißrussland – vereint, als wahre Fußballmacht. Bemerkenswert: Zwischen 1960 und 1988 stand die Sowjetunion in vier von acht möglichen EM-Finals.

1960 wurde die Sbornaja, der größte Erfolg, Europameister in Frankreich, 1964 verlor das Team das EM-Finale gegen Gastgeber Spanien, 1972 in Belgien gegen die Bundesrepublik Deutschland und 1988 in der BRD gegen die Niederlande. Aber: Die heutige Mannschaft aus Russland ist von solchen Errungenschaften weit entfernt, schon das Achtelfinale bei der WM 2018 wäre als Erfolg zu werten.

Kritik an Putin und Russland

Im Vorfeld der Weltmeisterschaft gibt es indes auch heftige Kritik. Das Regime Putins wird von Gegnern und manchen Politikwissenschaftlern als autoritär bezeichnet. Korruption und Menschenrechtsverletzungen gehören in Russland zum Alltag. Polarisierend ist für die politische Opposition auch das WM-Projekt. Während weite Teile der Bevölkerung nichts vom Wohlstand abbekommen, verschlang die WM 2018 schon jetzt riesige Kosten.

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So hatte Russland für den Neu- und Umbau der zwölf Stadien für die WM 2018 rund 3,8 Milliarden US-Dollar veranschlagt, die Kosten alleine dafür sollen Schätzungen zufolge aber auf bis zu 30 Milliarden Euro anwachsen. Zum Vergleich: Brasilien investierte in die WM 2014 knapp die Hälfte.

Russland muss bei WM 2018 sparen

Im Januar 2015 hatte der damalige Sportminister Witali Mutko der russischen Nachrichtenagentur „Tass“ erklärt, Russland wolle den Haushalt für die WM 2018 kürzen. EU-Sanktionen, der niedrige Ölpreis, und der fallende Wert des Rubels hatten auf das Staatsbudget gedrückt. So wurde die Zahl fest installierter Sitzplätze in einigen Stadien mit Zustimmung des Weltverbands Fifa von 45.000 auf 35.000 gesenkt.

Kritische Stimmen, nicht zuletzt an Putin, dürfte es indes auch während der WM 2018 geben. Schließlich beharrt Russland nicht zuletzt im Ukrainekonflikt auf seiner umstrittenen Position. Und es wurde berichtet, dass der Gastgeber etwa beim Bau der prestigeträchtigen Zenit-Arena in St. Petersburg Fremdarbeiter zu Hungerlöhnen beschäftigt haben soll. Schwierige Voraussetzungen für das Turnier.

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