WM-Spielorte

WM 2018 Spielorte: Von Sankt Petersburg bis Sotschi, von Kaliningrad bis Jekaterinburg

Mit zwei WM-Stadien unter den WM-Spielorten: Moskau, vorne das Olympiastadion Luschniki. (Foto: imago/Kyodo News)
Mit zwei WM-Stadien unter den WM-Spielorten: Moskau, vorne das Olympiastadion Luschniki. (Foto: imago/Kyodo News)

Elf WM-Spielorte zwischen Ostsee und Uralgebirge sorgen bei der WM 2018 in Russland für eine einzigartige Atmosphäre. Moskau, Sotschi, Sankt Petersburg, Wolgograd, Kasan – die-mannschaft.blog stellt die WM 2018 Spielorte vor.

Die WM 2018 in Russland ist das Highlight in diesem Fußball-Jahr. Das DFB-Team von Bundestrainer Joachim Löw will den Titel verteidigen, Spanien, Frankreich und Brasilien das verhindern.

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Doch wo wird eigentlich gespielt? Welches sind die WM-Städte in Russland? Von Sankt Petersburg bis Sotschi, von Kaliningrad bis Jekaterinburg – ein Überblick über die WM 2018 Spielorte.

WM 2018 Spielorte: Moskau: Mit zwei WM-Stadien vertreten

Moskau, Sehnsuchtsort, Stätte der Historie, einst Machtzentrum der Sowjets während des Kalten Krieges. Kreml, Roter Platz, Ostankino-Turm oder die Sieben-Schwestern-Hochhäuser sind nur einzelne von unzähligen Attraktionen in der russischen Hauptstadt.

Moskau ist Sitz der Regierung und mit 12,4 Millionen Einwohnern immerhin unter den Top-20 der größten Städte der Welt. Mit acht Fernbahnhöfen und drei internationalen Flughafen ist die Metropole ferner absoluter Verkehrsknotenpunkt in Russland zwischen Europa und Asien.

Geografisch ist Moskau in Zentralrussland im Hügelland zwischen den Flüßen Oka und Wolga gelegen. Schon die Zaren residierten einst hier.

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Hier werden im Olympiastadion Luschniki sowohl das Eröffnungsspiel der WM 2018 am 14. Juni als auch das WM-Finale am 15. Juli ausgetragen (Hier durch den WM-Spielplan klicken) – und das erste Spiel von Weltmeister Deutschland in WM-Gruppe F.

  • Moskau, 2x Stadien, Hauptstadt, Zentralrussland, 12,4 Mio. Einwohner
  • Olympiastadion Luschniki, Kapazität: 81.000 Zuschauer
    • u.a. Deutschland – Mexiko (17. Juni, WM-Gruppe F)
  • Spartak-Stadion, Kapazität: 44.918 Zuschauer

Sankt Petersburg: Die viertgrößte Stadt Europas

Sankt Petersburg steht für das Großmachtstreben von Russland in der Geschichte. Peter der Große, einstmals erster Kaiser des früheren Russischen Reiches, gründete die Stadt 1703, um den Anspruch auf einen Zugang zur Ostsee zu manifestieren.

Zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert war die Metropole Hauptstadt des Kaiserreiches. Heute ist Sankt Petersburg, wo Präsident Wladimir Putin geboren wurde sowie zwischen 1994 und 1996 Vizebürgermeister war, die nördlichste Millionenstadt der Welt.

Zwischen 1924 und 1991 hieß die Stadt indes Leningrad, im Gedenken an den Gründer der Sowjetunion, Lenin. Die historische Innenstadt ist ein Weltkulturerbe der UNESCO. Bei der WM 2018 werden hier vier Gruppenspiele, ein WM-Achtelfinale, ein WM-Halbfinale sowie das Spiel um Platz 3 ausgetragen.

Jekaterinburg: Millionenmetropole am Rande des Ural

Jekaterinburg ist die einzige Stadt der WM 2018 Spielorte in Russland, die geographisch bereist im asiatischen Teil liegt. Die Geschichte der Millionenmetropole, der viertgrößten Stadt Russlands, ist eng mit dem Uralgebirge verknüpft, an das diese grenzt.

Denn: Jekaterinburg steht auf Deutsch für Katharinenburg – und die Heilige Katharina ist die Schutzpatronin der Bergleute. Doch nicht nur Bergbau bestimmt die lokale Wirtschaft, sondern auch die verarbeitende Metallindustrie und der Bankensektor, der sich nach dem Ende der Sowjetunion hier nach und nach niedergelassen hat.

Bekannter ehemaliger Bürger ist der einstige russische Präsident Boris Jelzin, der hier studierte. Während der WM 2018 ist die Stadt der WM-Spielort mit einer der vielleicht spektakulärsten WM-Arenen, dem Zentralstadion Jekaterinburg. Vorsicht Fußball-Fans: Gegenüber Moskau beträgt die Zeitverschiebung hier bis zu vier Stunden.

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Nischni Nowgorod: Wo die Oka und die Wolga kreuzen

In Deutschland weniger bekannt, ist Nischni Nowgorod in der Russischen Föderation ein wichtiger politischer Ort, weil Hauptstadt des Oblastes Wolga, sozusagen eine Landeshauptstadt.

Regieren tut der Gouverneur hier vom Kreml aus, einer ehemaligen und heute noch gut erhaltenen einstmals militärischen Zitadelle, die, mit Blick auf die beiden riesigen Flüsse Oka und Wolga, imposant über der Stadt thront.

Nicht zuletzt wegen dieser beiden Flüsse, die sich hier kreuzen, ist Nischni Nowgorod einen bedeutende Stadt für den Binnenhandel geblieben.

Ein russisches Sprichwort besagt: „Moskau ist das Herz Russlands, Petersburg der Kopf und Nischni Nowgorod seine Tasche.“ Bezüglich WM 2018 Spielorte: Bei der WM 2018 steigen hier vier Gruppenspiele sowie ein WM-Achtelfinale und ein WM-Viertelfinale.

Kasan: Autonom von Russland, dem Islam zugewandt

Fußball-Fans, die sich richtig auskennen, verbinden mit dem Namen Kasan wahrscheinlich eine der peinlichsten Niederlagen des FC Barcelona: Am 20. Oktober 2009 verloren die Katalanen, damals Titelverteidiger, in der Champions League 1:2 gegen Rubin Kasan.

Kasan war mehrere Jahre das fußballerische Aushängeschild Russlands, spielte zwei Jahre in Folge Champions League, erreichte in der Saison 2012/13 das Viertelfinale der Europa League.

Politisch gesehen ist Kasan die Hauptstadt der größten unter den autonomen Republiken des Vielvölkerstaates: Tatarstan. Die Tataren gelten als besonders eigenständig, entsprechend dürfen sich Fußball-Fans bei der WM 2018 darauf einstellen, dass etwa Hinweisschilder in der Stadt in tatarischer und russischer Sprache gehalten sind.

Kasan ist ferner das Zentrum des russischen Islam, so machen die Tataren, meist Muslime, knapp die Hälfte der Bevölkerung aus.

  • Kasan, Wolga, 1,17 Mio. Einwohner
  • Kasan-Arena, Kapazität: 45.015 Zuschauer
    • u.a. Südkorea – Deutschland (27. Juni, WM-Gruppe F)
Eines von zwölf WM-Stadien: die Kasan-Arena. (Foto: imago/Kyodo News)
Eines von zwölf WM-Stadien: die Kasan-Arena. (Foto: imago/Kyodo News)

Samara: Zwischen Raffinerien und Weltraum-Raketen

Samara ist ein Wirtschaftszentrum von Russland. Hier werden nicht nur die bekannten (und berüchtigten) Flugzeuge vom Typ Tupolew gebaut, sondern auch die Sojus-Weltraum-Raketen sowie unweit die Automobile namens Lada. Südlich der Millionenmetropole finden sich etliche Raffinerien.

Für alle Geschichtsinteressierten: In Samara ist bis heute der Stalinbunker erhalten, ein riesiges unterirdischen Bunkersystem aus dem Zweiten Weltkrieg für den damaligen Sowjetführer Josip Stalin, für den Fall, sollte Moskau an die Deutschen fallen. Geheimnisvolle WM 2018 Spielorte!

Bei der Fußball-WM 2018 ist Samara unter anderem Austragungsort für das dritte Vorrundenspiel von WM-Gastgeber Russland gegen Uruguay (25. Juni), für ein mögliches WM-Achtelfinale mit deutscher Beteiligung (2. Juli) und ein WM-Viertelfinale.

  • Samara, Wolga, 1,16 Mio. Einwohner
  • Kosmos-Arena, Samara, Kapazität: 44.918 Zuschauer
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Rostow am Don: Das Tor zum Kaukasus

Wetter- und urlaubstechnisch ist die Millionenstadt Rostow am Don sicherlich ein Highlight der Fußball-WM, wird es hier im Juli schließlich im Schnitt stets bis zu 30 Grad warm. Ferner liegt die südrussische Metropole unweit des Asowschen Meeres, einem „Nebenmeer“ des Schwarzen Meeres.

Wegen der geografischen Lage wird Rostow auch „Tor zum Kaukasus“ genannt, und im Volksmund „Stadt der fünf Meere“, da auch das Kaspische Meer nicht weit ist und der Binnenverkehr über den Don und das weitverzweigte Flußnetz Russlands bis an die Ostsee hochreicht.

Auch Fans des FC Bayern ist die Stadt ein Begriff: Ende November 2016 verlor der Rekordmeister in der Königsklasse, damals unter Pep Guardiola,  überraschend 2:3 gegen den FK Rostow.

  • Rostow am Don, Südrussland, 1,09 Mio. Einwohner
  • Rostow-Arena, Rostow am Don, Kapazität: 45.000 Zuschauer
Neu gebaut für die WM 2018: die Rostow-Arena. (Foto: imago/ITAR-TASS)
Neu gebaut für die WM 2018: die Rostow-Arena. (Foto: imago/ITAR-TASS)

Wolgograd: Am Fuße des Stalingrad-Denkmals

Wolgograd hieß zu Sowjetzeiten Stalingrad, und ist deutschen Fans aus dem Geschichtsunterricht durch die sogenannte Schlacht um Stalingrad im Zweiten Weltkrieg bekannt. Russland und seine WM 2018 Spielorte sind eben immer auch ein Stück Historie.

So liegt die neugebaute Wolgograd Arena am Fuße des Mamajew Hügels mit der Gedenkstätte zu der Schlacht sowie einem der größten Denkmäler der Welt, der Mutter-Heimat-Statue. Die Stadt ist bis heute architektonisch durch den sogenannten Spätstalinismus der 1950er Jahre und 1960er Jahre geprägt.

  • Wolgograd, Südrussland, 1,02 Mio. Einwohner
  • Wolgograd-Arena, Kapazität: 45.015 Zuschauer

Kaliningrad: Einstmals deutsche Stadt außerhalb Russlands

Schön mal Königsberger Klöpse gegessen? Ja? Nein? Die kamen einstmals aus der ebenso einstmals ostpreußischen Stadt Königsberg. Diese ging mit Ende des Zweiten Weltkrieges von Deutschland an Russland über – und ist heute eine Exklave der Russischen Föderation, außerhalb zwischen Polen und Litauen gelegen.

Angesichts einer deutschen Minderheit wird hier bis heute in manchen Straßenzügen Deutsch gesprochen. Für die WM 2018 wurde eigens mitten in den Kaliningrader Schiffahrtskanal das Kaliningrad-Stadion gebaut. Es ist das kleinste unter den zwölf WM-Stadien.

  • Kaliningrad, Nordwestrussland, 432.000 Einwohner
  • Kaliningrad-Stadion, Kapazität: 35.202 Zuschauer

Sotschi: Residenz von Wladimir Putin am Schwarzen Meer

Es ist die Sommerresidenz von Präsident Wladimir Putin am Schwarzen Meer: Sotschi. Hier organisierte Russland (wohl auch für seinen Präsidenten) 2014 die Olympischen Winterspiele.

Inmitten der olympischen Sportstätten steht das Olympiastadium Sotschi, auf Englisch Fisht Stadium. Dessen Kapazität wurde für die WM 2018 von 40.000 auf mehr als 47.000 Zuschauer ausgebaut. Am 23. Juni bestreitet das DFB-Team bei der Fußball-WM hier sein zweites Gruppenspiel gegen Schweden.

Das Fisht Stadium wurde im südlichen Stadtteil Adler gebaut, der unmittelbar an der Grenze zu Georgien liegt, und der für seine vielen Hotels und Ferienwohnungen bekannt ist. Eine Fußball-WM wie Urlaub, sozusagen! 

  • Sotschi, Südrussland, 340.000 Einwohner
  • Olympiastadion Sotschi (Fisht Stadium), Kapazität: 47.659 Zuschauer
    • u.a. Deutschland gegen Schweden (23. Juni, WM-Gruppe F)
Eines von zwölf WM-Stadien: das Fisht Stadium in Sotschi. (Foto: imago/ITAR-TASS)
Eines von zwölf WM-Stadien: das Fisht Stadium in Sotschi. (Foto: imago/ITAR-TASS)

Saransk: Der kleinste WM-Spielort

Mit knapp 300.000 Einwohnern ist Saransk der kleinste WM-Spielort. Wie fast jede andere WM-Stadt, hängt auch Saransk am Flusssystem der Wolga, in diesem Fall über den Nebenfluss Insar.

Saransk, zentral im europäischen Teil Russlands gelegen, ist eine vergleichsweise junge Stadt, die erst im 17. Jahrhundert gegründet wurde – und heute Hauptstadt der Teil-Republik Mordwinien ist.

In der eigens für die WM 2018 errichteten Mordowia Arena steigen vier Gruppenspiele. Markant: Die hochmoderne Arena – die Fassade in mordwinischen Nationalfarben gehalten – war bezüglich Bauzeit satte fünf Jahre in Verzug.

Nach Einwohnerzahl schafft es Saransk nicht mal unter die Top-60 von Russland. Nichtsdestotrotz gilt Saransk Studien zufolge als eine der lebenswertesten Städte des WM-Gastgebers – ein Umstand, von dem sich die Fans bei der Fußball-WM selbst überzeugen dürfen.

  • Saransk, Wolga, 307.000 Einwohner
  • Mordowia-Arena, Saransk, Kapazität: 45.015 Zuschauer

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