DFB-Team bei der WM 2018

Marvin Plattenhardt: Demütiger Flankenspezialist auf der Suche nach dem Endgegner-Freistoß

Für die WM 2018 ein aussichtsreicher Kandidat: Marvin Plattenhardt von Hertha BSC. (Foto: imago/Camera 4)
Für die WM 2018 ein aussichtsreicher Kandidat: Marvin Plattenhardt von Hertha BSC. (Foto: imago/Camera 4)

Marvin Plattenhardt ist vielleicht der Spieler, den die Fans des DFB-Team vor der WM 2018 in Russland am wenigsten auf dem Radar haben. Dabei zeigt der Schwabe bei Hertha BSC in der Bundesliga kontinuierlich starke Leistungen. Bundestrainer Joachim Löw ist für die Nominierung zur Fußball-WM ein anderes Kriterium wichtig.

Es ist in der Ära Joachim Löw im DFB-Team seit 2006 vielleicht die Problemposition schlechthin: die Linksverteidigung. Auch mit Blick auf die WM 2018 in Russland gibt es nicht die eine Ideallösung, die 1A-Variante.

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Jonas Hector ist zumindest erste Wahl, aber weltklasse? Eines hat sich zuletzt jedoch geändert. Löw lamentiert nicht mehr öffentlich über diese Position, er schwärmt vielmehr von seinem zweiten Problemlöser: Marvin Plattenhardt.

Joachim Löw schwärmt von Marvin Plattenhardt

Der Außenverteidiger von Hertha BSC hat es binnen sechs Länderspielen zu einem Liebling des Bundestrainers geschafft, der den Schwaben sehr wahrscheinlich auch mit zur Fußball-WM nach Russland nehmen wird.

„Den gibt es schon seit vielen Jahren, speziell als ich Profi wurde“, meinte Plattenhardt im Gespräch mit der B.Z. zu seinem WM-Traum. „Durch den Confed Cup hat sich mein Traum noch verstärkt und vergrößert und ich bin ihm ein Stück näher gekommen.“

Schon für die WM 2018 nominiert?

Mehr noch: Löw meinte während der Testspiele Ende März gegen Spanien und Brasilien, keinen weiteren Linksverteidiger vor der WM 2018 mehr testen zu wollen.

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Viele interpretierten dies bereits als vorläufige WM-Nominierung von Hector (1. FC Köln) und Plattenhardt. Und das, obwohl mit Philipp Max eine weitere Alternative mit 13 Torvorlagen in dieser Bundesliga-Saison für den FC Augsburg glänzte – und glänzt.

Marvin Plattenhardt hat Vertrauen von Joachim Löw

Plattenhardt aber hat das Vertrauen von Löw, der ihm etwa gegen Frankreich ein „sehr gutes“ Spiel bescheinigte. Dennoch gibt sich der viel Gelobte demütig und bescheiden.

„Ich glaube, die Nominierung war das noch nicht. Das war nur ein Statement vom Bundestrainer“, sagte der 26-Jährige damals. „Wenn ich zurück bin bei Hertha, möchte ich mich präsentieren und zeigen. Und bis dahin kann noch einiges passieren.“

Konkurrenzkampf mit Jonas Hector

Gezeigt hat er sich seither eindrucksvoll, zum Beispiel gegen Köln (und Hector) seine siebte Torvorlage in dieser Saison gegeben. Den Treffer mit einer scharfen Hereingabe regelrecht erzwungen.

Und so zurückhaltend ist er dann doch nicht. Plattenhardt meinte weiter, dass es völlig normal sei, „dass man sich auf hohem Niveau auch ein bisschen battlet. Ich möchte auf mich schauen, der Jonas schaut auf sich.“

Das klang schon eher nach einer Kampfansage. Ohnehin tüftelt der Mann, dem eine gute Schusstechnik nachgesagt wird, am Endgegner-Freistoß.

Marvin Plattenhardt tüftelt an Freistößen

„Ich habe in dieser Saison noch nicht getroffen, da erwarte ich ganz klar viel mehr von mir.“, sagte er der B.Z.. „Ich werde auch im Training speziell Freistöße üben.“

Auch bei diesen sucht das DFB-Team für die WM 2018 noch Problemlöser. Plattenhardt hat seine Bewerbung an Löw längst abgegeben, seine Berufung in den vorläufigen WM-Kader (15. Mai) ist wohl nur noch Formsache.

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