Serbien bei der WM 2018

Mladen Krstajic: Mit Werder Bremen holte er die Schale – beim FC Schalke einen Disco-Rüffel

Coacht Serbien bei der WM 2018 in Russland: Mladen Krstajic. (Foto: imago/Aleksandar Djorovic)
Coacht Serbien bei der WM 2018 in Russland: Mladen Krstajic. (Foto: imago/Aleksandar Djorovic)

Mladen Krstajic coacht Serbien bei der WM 2018 in Russland. Beim FC Schalke macht er in der Bundesliga einst als Profi nicht nur als knallharter Innenverteidiger von sich reden, sondern auch durch einen eigenwilligen Discobesuch. Bei Werder Bremen wird er Deutscher Meister – und damit zum Helden.

Eine Disco-Affäre sorgte im Dezember 2007 beim FC Schalke für mächtig Aufruhr. Für die „Knappen“ stand in der Champions League gegen Rosenborg Trondheim das entscheidende Spiel um den Einzug ins Achtelfinale an.

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Und was machten die Profis Mladen Krstajic und Ivan Rakitic am Samstagabend davor? Sie besuchten gemeinsam mit ihrem gesperrten Kollegen Jermaine Jones die Duisburger Disco „Club Intakt“. Dumm nur, dass ein „Bild-Leserreporter“ sie dabei fotografierte. Sie wurden vom Klub daraufhin suspendiert.

Eklat beim FC Schalke um Mladen Krstajic

Und so bringen Fußball-Fans in Deutschland seine ansonsten meist glänzende Zeit in der Bundesliga nicht zuletzt auch mit diesen Eklat in Verbindung. Jenen Mann, der 2004 mit Werder Bremen die Deutsche Meisterschaft gewann. Heute, zehn Jahre nach dem Disco-Eklat, ist Krstajic freilich gereift. Der Serbe, Jahrgang 1974, hat Familie, drei Kinder.

Und seit dem Ende der WM-Qualifikation hat er die Aufgabe, das serbische Nationalteam bei der WM 2018 zu coachen. Zwar hatte sein ehemaliger Chef Slavoljub Muslin besagte Quali erreicht. Doch kurz danach musste er gehen, wegen Unstimmigkeiten mit dem serbischen Verband. Krstajic übernahm. Zuerst als Zwischenlösung. Seit Januar offiziell mit einem Vertrag bis 2019 ausgestattet.

Interimslösung vor Fußball-WM 2018

Da ist er nun der einstmals knallharte Innenverteidiger mit langjähriger Vergangenheit in der Bundesliga.

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Neun Jahre Bundesliga auf Schalke (2007 – 2009) und bei Werder (2000 – 2007) haben ihn geprägt. Es sind wertvolle Erfahrungen, die er nun einbringen will. die-mannschaft.blog erklärt Serbien-Coach Mladen Krstajic:

Mladen Krstajic: Vom Assistenten zum Chef

Seine Trainer-Stationen: Das serbische Nationalteam ist für den ehemaligen Nationalspieler (59 Länderspiele) tatsächlich die erste Trainerstation, und prompt eine mit riesigem Prestige. Seit 2016 war er bereits Co-Trainer der „Orlovi“, der weißen Adler, so der Spitzname der Mannschaft. Die Fußball-WM 2018, bei der Serbien in Gruppe E spielt, ist freilich sein erster großes Turnier als Chefcoach.

Seine Fußball-Philosophie: Wer denkt, der ehemalige Abwehrmann sei ein Defensivfanatiker, der irrt. Krstajic lässt vornehmlich in einem offensiven 4-2-3-1 spielen. Dabei setzt er auf schnelles Umschaltspiel mit explosiven Außenspielern wie Filip Kostic vom HSV. Auch permanentes Pressing gehört zu seinem Verständnis von Fußball.

Mladen Krstajic ist eng an Spielern dran

Seine Stärke(n): Als ehemaliger Profi und vergleichsweise junger Trainer (43) ist Krstajic nah am Team dran. Er weiß, welche Sorgen die Spieler haben, genießt ihr Vertrauen, kann so besser auf Stimmungen reagieren. Er spricht, um im Jargon zu bleiben, ihre Sprache.

Seine Schwäche(n): Krstajic ist unbestritten unerfahren. Da Serbien die WM-Qualifikation recht souverän meisterte, stand er als Trainer (oder Assistent) zuvor nie bei entscheidenden Spielen an der Seitenlinie. Ob er ganz vorne in der Coaching Zone cool bleibt?

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