Kommentar

Die Kasse klingelt: Fußballer und ihre Gehälter

Bestens gelaunt: Toni Kroos, Thomas Müller, Mats Hummels und Timo Werner (v.li.) im Spiel Deutschland gegen Spanien. (Foto: imago/MIS)
Bestens gelaunt: Toni Kroos, Thomas Müller, Mats Hummels und Timo Werner (v.li.) im Spiel Deutschland gegen Spanien. (Foto: imago/MIS)

Fußball ist ein Sport, bei dem es um Teamgeist, Mannschaftsgefühl und Fairness geht. Was für die Fans die drei großen Werte sind, wird bei den Topspielern und Managern jedoch um eine weitere Säule ergänzt: Fußball ist vor allem ein einträgliches Geschäft, das sich auszahlt. Die monatlichen Gehälter, die Profispieler erhalten, sorgen bei Arbeitnehmern für große Augen.


Es ist eine enorme Leistung, die die Kicker auf dem Spielfeld erbringen. 90 Minuten Dauerbelastung unter kritischer Beobachtung und immer den Erfolgsdruck im Nacken, das nächste Tor zu schießen. Ohne Ausdauer, Kondition und Durchhaltevermögen ist der Beruf des Fußballspielers kaum ausführbar. Keine Frage, dass sich die nationalen und internationalen Stürmer sowie Torhüter gut bezahlen lassen. Und die Summen der Spieler sorgen für einen ordentlichen Geldsegen.
Betrachtet man Ronaldo, Boateng und Co. in den Medien, ist von Haus aus deutlich, dass die Kontostände einige Rücklagen aufweisen. Doch die tatsächlichen Zahlen sorgen für respektables Kopfnicken: FC Bayern-Spieler Boateng darf sich beispielsweise über ein Monatsgehalt von ca. 1,25 Millionen Euro freuen. Seine Kollegen Thomas Müller und Manuel Neuer spielen in derselben Gehaltsliga. Robert Lewandowski kassiert für sein Spiel sogar noch mehr und zählt zu den Topverdienern im deutschen Profifußball: Ganze 1,33 Millionen gehen monatlich auf seinem Konto ein. Im Vergleich dazu verdient ein Spieler aus der 3. Liga „nur“ 120.000 Euro pro Monat.

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Quelle: Pixabay

Stattliche Gehälter im internationalen Sport

Auf dem globalen Spielfeld gestaltet sich die Lage etwas anders. Dort verdienen die Spieler sogar noch mehr! Lionel Messi gilt demnach als Topverdiener und darf sich über 8,3 Millionen Euro im Portemonnaie freuen. Werbeverträge und Kooperationen kommen bei dieser Summe noch obendrauf. Dagegen sieht Cristiano Ronaldos Gehaltscheck von Juventus Turin schon beinahe minimalistisch aus: „Lediglich“ 4,7 Millionen Euro darf sich der extrovertierte Spieler in die Taschen stecken. Aber wie kommen die enormen Gehälter eigentlich zustande?
Der Marktwert ist das ausschlaggebende Kriterium über einen Spieler. Dieser entscheidet, wie der Fußballer auf dem Feld funktioniert, welche Zukunftschancen er hat, in welcher Altersklasse er sich befindet oder wie gut sein Name in Marketing-relevanten Aspekten wirkt. Dazu zählen insbesondere der Verkauf von Merchandise-Produkten oder die Medienrelevanz. Es wirkt schon fast verwunderlich, dass ein sportlicher Erfolg zwischen diesen Bedingungen noch eine untergeordnete Rolle spielt. Ronaldo und Portugal stehen in den Wettquoten von bet365 beispielsweise mit 16,00 (Stand: 16.03.) lediglich auf Platz 8 der Favoriten für den kommenden EM-Sieg. England, die in den Listen der Topverdienern nur sporadisch vertreten sind, werden dagegen als Top-Favorit gehandelt. Ungerechte Verteilung oder ist Image das einzige, was zählt?

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Die Wahrheit liegt dazwischen

Tatsache ist, dass sich Presse und Medien mehr für einen Spieler wie Ronaldo interessieren als für den britischen Kyle Walker. Wer diesen Namen nachschlagen muss, liefert bereits die Antwort des Problems. Es geht darum, wer mehr Aufmerksamkeit generiert und das öffentliche Interesse anzieht. Große Namen lassen sich diese Anziehungskraft entsprechend bezahlen und kassieren somit ein deutlich größeres Gehalt. Zwar ist die Leistung auf dem Feld die Basis aller Anfänge, doch auch ohne Einsatz lässt es sich als Fußballer gut leben. Podolski und Beckham können davon ein Lied singen: Auch nach ihrer Karriere im Fokus der deutschen und britischen Nationalmannschaft haben die beiden Spieler finanziell ausgesorgt.