WM-Play-offs

WM-Play-offs: Warum Italien mehr denn je bangt

Mit Italien in den WM-Play-offs: Gianluigi Bufffon. (Foto: imago/ZUMA Press)
Mit Italien in den WM-Play-offs: Gianluigi Bufffon. (Foto: imago/ZUMA Press)

Es ist soweit: Die europäischen WM-Play-offs zur WM 2018 in Russland stehen an. Warum es Italien nicht hätte härter treffen können. Weswegen die Schweiz um den früheren Spieler des FC Bayern, Xherdan Shaqiri, aufpassen muss. Und warum Griechenland gegen Kroatien um Superstar Luka Modric von Real Madrid schier chancenlos ist – eine Analyse.

Die mexikanische Journalistin Vanessa Huppenkothen moderierte, Fernando Hiero, einst Weltstar bei Real Madrid, zog die Lose. Jetzt folgt der Showdown, die WM-Play-offs (9. bis 14. November) zur WM 2018 in Russland: Italien muss gegen Schweden ran, Kroatien bekommt es mit Griechenland zu tun, Nordirland nimmt es mit der Schweiz auf, Dänemark und Irland duellieren sich.

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Italien bangt vor WM-Play-offs

Noch vier Tickets aus Europa gibt es für die WM 2018, deren Gruppen am 1. Dezember im Kreml in Moskau ausgelost werden. Nachdem bereits die Niederlande in der WM-Qualifikation an Schweden scheiterte, wäre ein Aus des mehrmaligen Weltmeisters Italien die nächste Sensation. Warum die Tifosi bangen müssen. Weswegen die Schweiz keineswegs Favorit sind. Und weshalb die Goldene Generation von Kroatien gute Chancen hat – die Duelle in unserer Analyse.

Schweden gegen Italien: Ungünstige Ausgangslage für Buffon

Gianluigi Buffon von Juventus Turin und seine Kollegen aus der „Squadra Azzurra“ dürften über ihr los ganz und gar nicht erfreut sein. Schweden blieb in der unbequemen Quali-Gruppe A bis zum Schluss an Frankreich dran – auch ohne den in die Jahre gekommenen Superstar Zlatan Ibrahimovic von Manchester United.

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Bemerkenswert waren unter anderem ein 1:1 gegen Arjen Robben vom FC Bayern und dessen Niederlande. Nicht zuletzt das 2:1 gegen Frankreich zu Hause in Stockholm beeindruckte. Und: Die „Tre Kronor“ erwiesen sich als überraschend torgefährlich. Weißrussland wurde zweimal 4:0 abgekanzelt, das schwierig zu spielende Bulgarien 3:0 geschlagen, und der stark verbesserte Fußballzwerg Luxemburg 8:0 degradiert.

Moderierte die Auslosung der WM-Play-offs in Zürich: Vanessa Huppenkothen (li.) neben Kollegin Andrea Kaiser. (Foto: imago/Schüler)
Moderierte die Auslosung der WM-Play-offs in Zürich: Vanessa Huppenkothen (li.), hier neben Kollegin Andrea Kaiser. (Foto: imago/Schüler)

Aus einem kongenialen Kollektiv ragen Spielmacher, Vorbereiter und Vollstrecker Emil Forsberg (RB Leipzig) und Stürmer Marcus Berg hervor, der sich einst in der Bundesliga beim Hamburger SV nicht durchsetzen konnte. Weiteres Plus: Das Hinspiel findet in Schweden statt.

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Italien ist dagegen in die Jahre gekommen, vertraut aber just auf diese Erfahrung. Gianluigi Buffon ist wohl selbst mit 39 Jahren hinter Manuel Neuer vom FC Bayern der zweitbeste Torhüter der Welt. Auch Daniele de Rossi (34 Jahre) im Mittelfeld und Andrea Barzagli (36) sowie Leonardo Bonucci (30) in der Innenverteidigung haben schon viele Entscheidungsspiele hinter sich.

Probleme bereitet jedoch der Angriff. Ciro Immobile, einst beim BVB unter Vertrag, kann die in ihn gesteckten Erwartungen auch im Nationalteam nur bedingt erfüllen. Eine WM ohne Italien? Das hatte es letztmals 1958 gegeben. Und wo? Ja, richtig: in Schweden!

Unser Tipp: Die alten Herren wollen es nochmal wissen. Italien kämpft sich in einer regelrechten Abwehrschlacht nachträglich zur WM 2018.

Kroatien gegen Griechenland: Hitziges Duell am Mittelmeer

Andrej Kramaric, Luka Modric, Ivan Perisic, Mario Mandzukic – Kroatien verfügt über richtig Qualität im Angriff. Einzig, die kleine, aber feine Fußball-Nation spielte diese Stärke in der WM-Qualifikation nur bedingt aus, kam in dieser auf gerade mal 15 Treffer. Die Chancenverwertung war das große Manko.

Griechenland wartet vor den WM-Play-offs derweil mit reichlich Personal aus der Bundesliga auf. Konstantinos Stafylidis (FC Augsburg) stürmt neben Anastasios Donis vom VfB Stuttgart – eigentlich. Denn der Angreifer der Schwaben fällt verletzt aus.

Das gilt auch für Sokratis vom BVB. Und auch trotz Torjäger Kostas Mitroglou (Olympique Marseille) haben die Griechen um den deutschen Trainer Michael Skibbe längst nicht die individuelle Klasse der Kroaten. Da hilft selbst die starke Defensivarbeit (nur sechs Gegentore in zehn Quali-Spielen) nichts.

Unser Tipp: Fußballerische Klasse muss sich einfach durchsetzen. Die Goldene Generation aus Hrvatska wird in Russland den nächsten Anlauf wagen, das eigene Talent zu krönen.

Nordirland gegen die Schweiz: Ein Favorit, der keiner ist

Nordirland gilt trotz der starken EM 2016 in Frankreich nach wie vor als fußballerischer Underdog. Dabei stellt das Land wohl seine beste Fußballer-Generation seit den 1980er Jahren, als die kleine Nation an der WM 1982 in Spanien und – letztmals – an der WM 1986 in Mexiko teilnahm. Die große Stärke: Die Nordiren rennen und kämpfen bis zum Schluss, selbst, wenn sie aussichtslos hinten liegen. Ob das in den WM-Play-offs reicht?

Einst beim FC Bayern: Xherdan Shaqiri für die Schweiz. (Foto: imago/Geisser)
Einst beim FC Bayern: Xherdan Shaqiri für die Schweiz. (Foto: imago/Geisser)

Die richtigen Kracher finden sich auch bei der Schweiz nicht. Admir Mehmedi (Bayer Leverkusen), Halis Seferovic (Benfica Lissabon) und Yann Sommer (Gladbach) mögen diesen Eindruck entschuldigen. Dennoch ist die Schweiz, der vermeintliche Favorit in diesem Duell, weil eine seit Jahren eingespielte Mannschaft. Die Eidgenossen verfügen mit Xherdan Shaqiri (Stoke City), einst beim FC Bayern unter Vertrag, zudem über einen kreativen Spielantreiber von gehobenem Niveau.

Unser Tipp: Es kommt zur vermeintlichen Sensation. Diese Generation nordirischer Fußballer ist getragen von der Unterstützung eines ganzen Landes. Außerdem kommt der „Green and White Army“ entgegen, dass das Hinspiel in Belfast steigt.

Dänemark gegen Irland: Die Rückkehr von Danish Dynamite

Der „Lord“ Niklas Bendtner stürmt wieder für Dänemark. Die Skandinavier haben unabhängig vom einstigen Skandalstürmer eine talentierte, junge Mannschaft, geführt vom hochgewachsenen und schnellen Angreifer Youssuf Poulsen (23 Jahre) von RB Leipzig. Mit dem erst 20-jährigen Kasper Dolberg von Ajax Amsterdam haben die Dänen zudem wieder einen echten Goalgetter fürs Sturmzentrum.

Irland ließ in der WM-Qualifikation zwar Wales und Österreich hinter sich, hat aber nicht einen Ausnahmekönner in seinen Reihen. Das Team kommt fast nur über seine Zweikampfstärke. Bemerkenswert ist die Defensive, die in der Quali nur sechs Gegentore zuließ. Vorne hakt es jedoch gewaltig. Irland erzielte nur zwölf eigene Treffer. Das ist wenig, richtig wenig.

Unser Tipp: Nachdem Dänemark die WM 2014 in Brasilien verpasste, wird das Turnier in Russland die fünfte Weltmeisterschaft für „Danish Dynamite“ werden. 

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