Russland bei der WM 2018

Russischer Nationalcoach Stanislaw Tschertschessow: Wie er die Sbornaja zu Ruhm führen will

russische Nationalcoach
Coacht Russland bei der WM 2018: Stanislaw Tschertschessow. (Foto: imago/ITAR-TASS)

Stanislaw Tschertschessow ist der Mann für Wladimir Putin. Bei der WM 2018 im eigenen Land will und soll der russische Nationalcoach die Sbornaja aus WM-Gruppe A ins WM-Achtelfinale führen. Sein Job bei der Fußball-WM ist auch ein politischerBundestrainer Joachim Löw ist mit einem Kollegen bestens vertraut.

Wladimir Putin ist sein ständiger Beobachter. Keine Frage: Stanislaw Tschertschessow hat einen schwierigen Auftrag, soll die fußballerisch überschaubar erfolgreiche Sbornaja bei der WM 2018 in Russland ins WM-Achtelfinale führen – mindestens.

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„Wir müssen erfolgreich aus der Vorrunde herausgehen“, meinte der russische Nationalcoach laut Agentur Interfax in einem Online-Gespräch mit Fans. Und weiter: „Wir wollen ein würdiger Gastgeber sein.“ Geführt wurde die Fragerunde im sozialen Netzwerk VKontakte, dem russischen Pendant zu Facebook. So innovativ ist der Fußball des 54-Jährigen nicht, sagen Kritiker. die-mannschaft.blog stellt den russischen Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow vor. 

Stanislaw Tschertschessow macht Legia Warschau zum Meister

Seine Trainer-Stationen: Als Spieler war der einstige Torwart recht erfolgreich. Von 1993 bis 1995 stand er für Dynamo Dresden im Tor, anschließend sechs Jahre beim FC Tirol Innsbruck in Österreich. Mit den Tirolern wurde er zwischen 2000 und 2002 drei Mal in Folge Meister, in seiner letzten Saison trainiert vom deutschen Weltmeister-Coach Joachim Löw.

Als Trainer ist er ein echter Wandervogel. Zwischen 2004 und 2006 war er als Coach wieder in Innsbruck, der Klub hieß mittlerweile FC Wacker – und wäre mit Tschertschessow an der Seitenlinie 2006 beinahe aus der österreichischen Bundesliga abgestiegen.

Auch seine Engagements bei Spartak Moskau und Dynamo Moskau blieben kurze Intermezzi, immerhin machte er 2016 Legia Warschau zum polnischen Meister.

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Seine Fußball-Philosophie: Tschertschessow ist ein Anhänger von Offensiv- und Angriffsfußball. Selbst gegen Gegner wie Spanien lässt der einstige Bundesliga-Profi mutig mit einem 3-4-3 spielen – und vor allem angreifen.

In der Regel steht Fedor Smolov an vorderster Front, der Torgarant und Kapitän Tschertschessows. Dass dieser einen Mittelstürmer zum Spielführer macht, zeigt den Hang zum Offensiven des russischen Nationalcoach. 3:3 gegen Spanien, 3:4 gegen Costa – Spiele mit russischer Beteiligung sind mittlerweile spektakuläre Spiele. Das war in den vergangenen Jahren (und vor Tschertschessow) mitnichten der Fall.

Stanislaw Tschertschessow ist ein Pragmatiker

Seine Stärke (n): Der russische Nationalcoach ist ein nüchterner Pragmatiker. Selbst wenn Nationalspieler bei ausgelassenen Feiern mit zu viel Alkohol erwischt werden, hakt der Trainer das gelassen ab, erinnert daran, selbst mal jung gewesen zu sein.

Zum Beispiel, als Alexander Kokorin und Pamel Mamajew unmittelbar nach dem EM-Aus in einem Nobel-Club mit Champagner feierten. Diese Nüchternheit macht ihn robust für den Druck, der auf ihm lastet.

Russische Nationalcoach gilt als stur

Seine Schwäche (n): Tschertschessow gilt als eigenwillig, stur und streng. Seine Kritiker vermuten, dass es während der WM 2018 zu Konflikten mit Spielern der Sbornaja kommen könnte.

Eigenwillig war er etwa, als der viel zu langsame Sergej Ignaschewitsch mit 37 Jahren seinen Rücktritt ankündigte. Er habe bei der WM 2002 auch mit knapp 40 im Kader gestanden, meinte Tschertschessow. Die Sturheit zeigt auch seine Not auf manchen Positionen.

Ob der russische Nationalcoach sein Team bei der Fußball-WM trotzdem aus WM-Gruppe A gegen Ägypten, Saudi-Arabien und Uruguay dennoch ins WM-Achtelfinale führt? Mindestens?

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