WM 2018 Schiedsrichter

Felix Brych: So tickt der deutsche Schiri bei der WM 2018

Felix Brych: Deutscher Schiedsrichter bei der WM 2018 in Russland. (Foto: imago/Christian Schroedter)
Felix Brych: Deutscher Schiedsrichter bei der WM 2018 in Russland. (Foto: imago/Christian Schroedter)

Felix Brych aus München fährt als einziger deutscher Schiedsrichter zur WM 2018. Seine Einsätze bei der Fußball-WM hängen auch vom Erfolg des DFB-Team ab. In der Bundesliga ist Brych nicht immer unumstritten – auch wegen eines Videobeweises.

„Es ist eine Bestätigung, dass wir als Team unser Leistungsniveau über vier Jahre gehalten haben!“ An Selbstbewusstsein mangelt es Felix Brych jedenfalls nicht. Als einziger deutscher Schiedsrichter fährt der Referee aus München im Sommer schließlich zur WM 2018 nach Russland.

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Ein weiterer Deutscher schaffte dies nicht. Dabei stockte der Fußball-Weltverband Fifa die Zahl der Referees für die Fußball-WM von 25 auf 36 auf. Grund dafür ist der Videobeweis, der im März vom Fifa Council in die Reglements zur Weltmeisterschaft aufgenommen wurde.

Felix Brych war auch in Brasilien und Frankreich dabei

Doch Felix Zwayer (Berlin) und Bastian Dankert (Rostock) hatten sich vergeblich Hoffnungen gemacht, ebenfalls mit zur WM 2018 zu dürfen. Nun also Brych, jener Mann aus der bayerischen Landeshauptstadt, der Deutschland schon bei der WM 2014 in Brasilien und bei der EM 2016 in Frankreich vertrat.

Eine gute Wahl? In der Bundesliga überzeugte der 42-Jährige meist, es gab aber auch schon Schiri-Ärger um Brych. Dieser polarisierte in dieser Saison vor allem beim Spiel 1. FSV Mainz 05 gegen den 1. FC Köln.

Felix Brych hatte Probleme mit dem Videobeweis

Das war passiert: Brych gab zu Unrecht einen Elfmeter, nachdem der Mainzer Pablo de Blasis im Strafraum zu Fall gekommen war. Der Strafstoß entschied die Partie letztlich zugunsten der Nullfünfer.

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„Ich habe dann auch mit Köln Kontakt aufgenommen, da wurde mir ein Kontakt am Knie bestätigt“, berichtete Brych, dass er seinerzeit den Videoschiedsrichter bemühte. Dieser sah die Szene aber völlig falsch.

„Ich habe mir gerade die Bilder angesehen, ich kann keinen Kontakt erkennen“, meinte Brych hinterher ehrlich, nachdem er nach der Partie die Aufzeichnungen gesehen hatte. Den Kölnern half das im Abstiegskampf freilich nicht. Zumindest dürfen sich die Fans bei der Fußball-WM auf einen selbstkritischen Schiedsrichter freuen.

Deutscher Schiedsrichter ist wenig zimperlich

Brych gilt ferner als wenig zimperlich. In der Saison 2007/08 verteilte der Münchner in der Partie SV Wehen Wiesbaden gegen den VfB Stuttgart im DFB-Pokal sage und schreibe sieben Gelbe Karten sowie vier Rote Karten. Er war auch der Schiedsrichter, der in der Bundesliga-Geschichte am schnellsten einen Spieler vom Platz stellte.

Am ersten Spieltag der Saison 2010/11 verwies er den Kölner Youssef Mohamad in der Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern nach nur 87 Sekunden des Feldes – spektakulär!

Felix Brych leitete das Champions-League-Finale 2017

In der Schiedsrichter-Szene ist Brych nicht nur wegen seiner Konsequenz derweil längst ein Star. Am 3. Juni 2017 durfte er etwa das Champions-League-Finale in Cardiff zwischen Juventus Turin und Real Madrid leiten.

An seiner Seite: die beiden Assistenten Stefan Lupp (Zossen) und Mark Borsch (Mönchengladbach). Sie werden mit ihm auch zur WM 2018 nach Russland reisen. Wie viele Einsätze sie dort schließlich haben werden, wird auch vom Erfolg – oder Misserfolg – der deutschen Nationalmannschaft abhängen. Dass diese soweit wie möglich kommt, dürfte sich trotzdem auch der Münchner Referee wünschen.

Lesen Sie hier: Videoschiedsrichter bei der WM 2018: Alles, was ihr dazu wissen müsst

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