Uruguay bei der WM 2018

Oscar Tabarez: Der Uruguay-Trainer muss mit dem Golfcart auf den Platz

Mit der Albiceleste bei der WM 2018: der uruguayische Nationaltrainer Oscar Tabarez. (Foto: imago/VCG)
Mit der Albiceleste bei der WM 2018: der uruguayische Nationaltrainer Oscar Tabarez. (Foto: imago/VCG)

Oscar Tabarez gilt in seiner Heimat Uruguay als ein Held, auch, weil sich der uruguayische Nationaltrainer um die Armen sorgt. Wegen einer schweren Krankheit wird die WM 2018 in Russland wohl aber seine letzte Fußball-Weltmeisterschaft sein.

Sein Auftreten erregt sofort Aufmerksamkeit. Aber nicht, weil der Uruguay-Trainer derart forsch auftritt oder für die Fußball-WM 2018 in Russland etwa ein modischer Trendsetter wäre.

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Nein: Oscar Washington Tabarez ist ein alter, geknickter Mann. Er muss sich wegen einer Krankheit mit Krücken an der Trainerbank abstützen und mit einem Golfcart zum Trainingsplatz gebracht werden. die-mannschaft.blog stellt den uruguayischen Nationaltrainer vor.

Seit 16 Jahren coacht der Uruguay-Trainer die Albiceleste

Seine Trainer-Stationen: Richtig erfolgreich war Oscar Tabarez früher nirgends, auch nicht bei seinem ersten Engagement für die Albiceleste, das zwischen 1988 und 1990 keine zwei Jahre dauerte.

Im Sommer 1999 war er in der Serie A für Cagliari Calcio nur vier Spiele Trainer, ehe er nach nur einem Punkt in der Serie A wieder entlassen wurde.

Seit Sommer 2006 trainiert er jedoch die uruguayische Nationalmannschaft, ebenso lange wie Joachim Löw das DFB-Team also. Gegen Löw und Deutschland verlor Tabarez mit Uruguay dann auch bei der WM 2010 das Spiel um Platz drei, nachdem seine Mannschaft die WM 2006 in Deutschland noch verpasst hatte.

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Als er die Albiceleste 2011 nach 16 Jahren erstmals wieder zum Sieg bei der Copa América führte, deren Rekordsieger die uruguayische Nationalmannschaft ist, machte er sich letztlich zum Helden in seiner Heimat.

Luis Suarez und Edison Cavani sind gesetzt

Seine Fußball-Philosophie: Der Uruguay-Trainer lässt einen konservativen Fußball spielen, meist im 4-4-2 mit zwei Sechsern und zwei klassischen Stoßstürmern. Diese sind mit Edison Cavani (PSG) und Luis Suarez gesetzt.

Uruguay stellt mit den beiden Superstars vielleicht sogar das beste Sturmduo der Fußball-Weltmeisterschaft. Beide sind jedoch schon 31 Jahre alt, Abwehrchef Diego Godin (32) ist noch älter, bildet aber mit seinem Kollegen von Atlético Madrid, Jose Gimenez (23), ein ebenso kongeniales Duo in der Innenverteidigung.

Oscar Tabarez leidet an schwerer Krankheit

Kurioses/Besonderes: Ein Held in seiner Heimat ist Tabarez auch, weil er Ende der 1960er und Anfang der 1970er neben seiner Karriere als Fußballprofi in Armenvierteln Kinder unterrichtete. Schließlich absolvierte er seinerzeit neben seiner Fußballerlaufbahn auch eine Lehrerausbildung.

Heute wirkt er nicht zuletzt wegen seiner Krücken, die er ständig bei sich trägt, wie ein in die Jahre gekommener, zerbrechlicher Mann. Ein stolzer Mann ist er weiter allemal. Tabarez leidet jedoch an einer Erkrankung des peripheren Nervensystems, was ihn zu Gehhilfen zwingt.

Uruguayische Nationalmannschaft ist schlagbar geworden

Seine Stärke (n): Die Spieler sehen in ihm einen Vertrauten, eine regelrechte Vaterfigur. „Ich bin kein großer Trainer, nur die Spieler zählen“, ist die Devise des inzwischen 71-Jährigen. Und das kommt bei seinen Stars an, die ihm bedingungslos folgen.

Seine Schwäche (n): Tabarez hat mit seinem fußballerischen Stil an Glanz verloren, die Albiceleste gilt als schlagbar und wie ihr Trainer in die Jahre gekommen.

Zwischen Frühjahr 2017 und Frühjahr 2018 gewann die uruguayische Nationalmannschaft von 13 Länderspielen nur vier, sechs gingen verloren, unter anderem gegen solche „Kaliber“ wie Österreich (1:2) und Irland (1:3). Auffällig waren dabei die vielen Gegentore – und bei der WM 2018 in Russland?

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