Schweiz bei der WM 2018

Haris Seferovic: Ungeliebter Wohltäter mit feuriger Freundin

Mit der Schweiz bei der WM 2018: Haris Seferovic. (Foto: imago/Xinhua)
Mit der Schweiz bei der WM 2018: Haris Seferovic. (Foto: imago/Xinhua)

Der Stürmer Haris Seferovic ist maßgeblich verantwortlich, dass die Schweiz sich in den WM-Play-offs durchsetzt und zur WM 2018 nach Russland fährt. Von den Schweizer Fans wird der Angreifer kritisch gesehen, was seiner Freundin außerordentlich missfällt. Bei Eintracht Frankfurt bleibt er einst durch eine große Geste in Erinnerung.

Zur Person: Haris Seferovic wird am 22. Februar 1992 im kleinen Ort Sursee nahe Luzern geboren. Seine Familie stammt aus Bosnien und Herzegowina, daher der Name. Der Stürmer ist in der Schweiz als „der Mann aus Sursee“ bekannt, weil ihn TV-Kommentator Sascha Ruefer bei Spielen der Nationalmannschaft immer entsprechend nennt – sicher auch bei der WM 2018 in Russland.

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Durchbruch bei Eintracht Frankfurt

Vereine: Der Durchbruch gelang Seferovic erst bei Eintracht Frankfurt. Nach seiner Ausbildung beim FC Luzern und dem Grasshopper Club Zürich unterschrieb der U17-Weltmeister von 2009 einen viereinhalb Jahre langen Vertrag beim Serie-A-Club AC Florenz. Zwischen 2010 und 2013 sollte er aber nur acht Ligaspiele für die Fiorentina machen.

Insgesamt drei Mal wurde er verliehen, wechselte nach einem Jahr in Spanien (Real Sociedad, 2 Tore) schließlich nach Hessen. Bei der Eintracht traf er schon beim Debüt – und zwar nach 15 Minuten. Nach drei Jahren standen 16 Tore aus 86 Spielen. Schließlich ging es weiter zum portugiesischen Spitzenclub Benfica Lissabon, wo sich der Mittelstürmer prompt behauptete.

Eigene Fans pfeifen Haris Seferovic aus

Kurioses/Besonderes: Haris Seferovic polarisiert. Bei den Schweizer Fans gilt der Angreifer gelinde gesagt als nicht sonderlich beliebt, während dem Rückspiel der WM-Play-offs gegen Nordirland (1:0/0:0) kam es zum Eklat.

Als er kurz vor Schluss für den Schalker Breel Embolo ausgewechselt wurde, folgten lautstarke Buhrufe und Pfiffe, nachdem er beste Chancen zur Entscheidung ausgelassen hatte. Der ehemalige Frankfurter soll in der Kabine sogar geweint haben, berichteten Schweizer Medien. Dabei schoss er in der WM-Qualifikation vier Tore, bereitete einen weiteren Treffer vor.

Seine Freundin reagierte spektakulär: „Mein Kämpferherz – verdient qualifiziert. Russland, wir kommen. Und dann erst mal allen Undankbaren und Ahnungslosen das dreckige Maul stopfen!“, schrieb Amina bei Instagram. Eine non-challante Antwort. Seferovic begeisterte aber auch schon international. Im Dezember 2014 zeigte er bei einem Torjubel ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Tugce = #Zivilcourage #Engel #Mut #Respekt“

Die Lehramtsstudentin Tugce A. starb infolge eines Streits im benachbarten Offenbach vor einem Fast-Food-Restaurant. Sie soll zuvor Zivilcourage gezeigt haben, versucht haben, einen Streit zu schlichten. Daraufhin stieß sie der verurteilte Sanel M., dass sie unglücklich auf den Kopf fiel und wenig später der Hirntod festgestellt worden war.

„Es ist so traurig, was da passiert ist. Ich finde, man sollte Anerkennung zeigen, dass Tugce dazwischen gegangen ist. Sie hat viel Mut und Zivilcourage bewiesen. Daran soll man sich ein Beispiel nehmen“, meinte Seferovic hinterher im Interview mit dem Fachmagazin 11Freunde. „Ich wollte die Plattform nutzen, um auf diesen Vorfall aufmerksam zu machen.“

Haris Seferovic ist kopfballstark

Stärken: Seferovic gilt als kopfballstark, kann aber auch aus der Tiefe kommen und Tempo aufnehmen. Insgesamt ist er einer dieser viel beschriebenen kompletten Stürmern. Einziges Manko: die Chancenverwertung.

Social Media:

instagram.com/haris_serferoci_9

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