Portugal bei der WM 2018

Cristiano Ronaldo: Wie aus CR7 der beste Fußballer der Welt wurde

Polarisierend und erfolgreich: Portugals Stürmer Cristiano Ronaldo (Foto: imago/GlobalImagens)
Polarisierend und erfolgreich: Portugals Stürmer Cristiano Ronaldo (Foto: imago/GlobalImagens)

Kaum ein Nationalmannschaftskapitän polarisiert bei der WM 2018 in Russland so sehr wie der des portugiesischen Teams. Cristiano Ronaldo ist Anker, Co-Trainer, Motivator und mehrfacher Rekordspieler von Portugal, das 2016 überraschend den EM-Titel holte. Seine Mission ist nicht zu Ende.

Er ist provokant, arrogant, exzentrisch. Viele Gegenspieler hassen ihn. Die anderen vergöttern ihn: Fans, Vereinsbosse, Mitspieler. Jemand, der ihm gleichgültig begegnet? Gibt es kaum. Keine Frage: Cristiano Ronaldo polarisiert wie kein zweiter Fußballer.

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Gleichzeitig sind nur wenige Mannschaften bei der WM 2018 in Russland so sehr von der Leistung eines einzigen Spielers abhängig, wie die portugiesische Nationalmannschaft. Bestes Beispiel? Die beiden Länderspiele gegen Ägypten und die Niederlande Ende März.

Ronaldo löst Goldene Generation von Portugal ab

Geboren 1985 in Funchal auf der portugiesischen Insel Madeira, durchlief der aus einfachen Verhältnissen stammende Ronaldo sämtliche Jugendmannschaften Portugals, ehe er 2002 zum ersten Mal in die A-Mannschaft berufen wurde.

In ein Team voller Helden: Stars wie Nuno Gomes, Sergio Conceiçao, Pauleta, Paulo Sousa waren Teil der Goldenen Generation, gemeinsam mit Cristiano Ronaldos Ziehvater Luis Figo versprühte ein in die Jahre gekommenes Team noch immer großen Glanz.

Es war eine Wachablösung zwischen Legenden: Luis Figo tröstete den tränenüberströmten Ronaldo nach dem verlorenen EM-Finale 2004 auf dem Rasen. Überhaupt hatte Luis Figo großen Anteil am Aufstieg CR7 – so Ronaldos Spitzname und gleichzeitig Name seiner Modelinie.

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Figo erkannte früh das Talent Ronaldos, gab ihm Ratschläge, war für ihn wie ein Vater. Figo lobt ihn in den höchsten Tönen, bezeichnete seine Leistung bei Real Madrid erst kürzlich als „unglaublich“.

Es geht nicht ohne Ronaldo

Die Rolle, die Figo in seiner Generation im portugiesischen Fußball einnahm, nimmt Ronaldo heute ein. Nur in vielfacher Steigerung. Während Figo in der Nationalelf kongeniale Mitspieler hatte, lastet der Druck heute allzuoft allein auf CR7.

Der Beweis: In der WM-Qualifikation erzielte der 32-Jährige allein die Hälfte aller portugiesischen Tore. Dank ihm löste die Mannschaft das WM-Ticket.

Dabei schien sich Portugal bei der EM 2016 fast schon ein wenig unabhängig gemacht zu haben von Ronaldo: Sein Sturmpartner Nani traf genauso häufig (vier Mal). Und für das ewig im Gedächtnis bleibende Siegtor im Finale (1:0 gegen Frankreich) müsste eigentlich Eder gefeiert werden. Eigentlich.

Denn auch im Finale war es mal wieder Ronaldo, der allgegenwärtig war. Sein Auftritt am Spielfeldrand nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung als Co-Trainer von Coach Fernando Santos, war das Highlight des Abends und bewies einmal mehr: Es geht nicht ohne Ronaldo.

Abhängigkeit von Ronaldo ist Portugals größte Schwäche

Diese Abhängigkeit ist aber auch ein großes Risiko – für die Nationalmannschaft und für Ronaldo, auf dem immer der Druck lastet. Spielt Ronaldo nicht gut, wird es schwierig für die Portugiesen.

Während der vierfache Papa im ersten Test des Jahres dank eines bemerkenswerten Doppelpacks einen Rückstand gegen Ägypten drehte, grenzte die Vorstellung gegen die Niederlande drei Tage später fast schon an Peinlichkeit.

Nicht nur, weil Ronaldo zum ersten Mal seit neun Spielen ohne Tor blieb, sondern auch weil er nach einer eindeutigen Schwalbe Elfmeter forderte. „Portugal verliert nicht gerne. Das sah man schon daran, wie Ronaldo rumlief. Der war echt nicht froh“, sagte Bondscoach Ronald Koeman nach dem Spiel sichtlich überrascht.

Cristiano Ronaldo stellt Luis Figo in den Schatten

Den Wunsch und den unglaublich ehrgeizigen Drang, der beste Spieler zu werden, hatte Ronaldo von klein auf. „Von Anfang an habe ich davon geträumt, der beste Spieler der Welt zu werden“, sagte er kürzlich seinem Ausrüster „Nike“. „Ich habe meinen Freunden das gesagt und sie schauten mich an, als würden sie denken: Was sagt er da? Aber ich habe immer geglaubt, dass ich das Potenzial dafür habe.“

In seinem Tonfall schwingt mehr als eine Brise Arroganz mit. „Als ich zu Manchester United kam, gab es nicht viele Spieler mit meinem Talent, meiner Hingabe, meiner Einstellung. Niemand wird sich je mit mir vergleichen können. Niemand wird Cristiano Ronaldo.“

So kam es, dass der akribische Arbeiter sein Vorbild in den Schatten stellte. Was Figo nie schaffte, gelang Ronaldo zwölf Jahre später: Er holte den EM-Titel. Und machte sich endgültig zur Legende. In seinem Land. Bei seinen Landsleuten. Auf der ganzen Welt.

Favorit auf den WM-Titel ist Portugal nicht

An den ganz großen Trimph bei der WM 2018 glaubt Ronaldo vergleichsweise defensiv. „Wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden und bescheiden bleiben. Es muss Schritt für Schritt gehen“, sagte der Star von Real Madrid regelrecht demütig.

Einer ist dagegen überzeugt von den Fähigkeiten der portugiesischen Mannschaft. Der einzige, der Cristiano Ronaldo widersprechen darf. „Wir haben ein eingespieltes Team mit starker individueller Klasse“, sagte Figo der Sport Bild. „Portugal kann Weltmeister werden.“

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