Panama bei der WM 2018

Hernan Dario Gomez: Fragwürdiger Frauen-Schläger als Held des Außenseiters

Mit Panama bei der WM 2018: Hernan Dario Gomez. (Foto: imago/Agencia EFE)
Mit Panama bei der WM 2018: Hernan Dario Gomez. (Foto: imago/Agencia EFE)

Hernan Dario Gomez führt Außenseiter Panama sensationell zur WM 2018 nach Russland. Die Lateinamerikaner feiern den Coach aus Kolumbien, dabei sorgt Gomez einst als Schläger für einen Eklat. Darüber täuscht auch der sportliche Erfolg nicht darüber hinweg.

In den frühen Morgenstunden des 6. August 2011 verlor Hernan Dario Gomez eigenen Aussagen zufolge völlig die Kontrolle. Jener Mann, der Panama sensationell zur WM 2018 nach Russland führte. Der Kolumbianer, damals Nationalcoach seines Heimatlandes, schlug seinerzeit vor einem Nachtclub in der Hauptstadt Bogota auf seine weibliche Begleitung ein.

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Hernan Dario Gomez galt in Kolumbien als Held

Gomez, Jahrgang 1956, gestand seinen Fehltritt. Der kolumbianische Verband hielt zunächst an ihm fest, feuerte ihn dann doch. Auch die Fifa vermeldete dies, vermied es jedoch, die Umstände des Rausschmisses genauer einzuordnen.

Gomez galt bis damals in seiner Heimatstadt Medellin als Held. Dort, wo auch der berüchtigte Drogenbaron Carlos Escobar herkam. Gomez wurde für seine Verdienste um den kolumbianischen Fußball mit dem „Orden al Merito Don Juan del Corral“ ausgezeichnet. Dennoch ist er ein fragwürdiger Typ. die-Mannschaft.blog erklärt Panama-Coach Hernan Dario Gomez.

Hernan Dario Gomez führte Ecuador zur WM 2002

Seine Trainer-Stationen: Gomez‘ Trainerkarriere begann 1990 beim Klub Atlético Nacional, den er vier Jahre lang coachte. Anschließend übernahm er ab 1995 für drei Jahre die kolumbianische Nationalmannschaft, die er 1998 zur WM in Frankreich führte. Dort schied er mit „Los Cafeteros“ nach nur einem Sieg (gegen Tunesien) nach der Vorrunde aus.

Daraufhin trat er zurück und unterschrieb als Nationalcoach von Ecuador. Die Südamerikaner hatten zuvor noch nie eine Weltmeisterschaft erreicht. Hernan Dario Gomez, der offenbar weiß, wie mit Außenseitern zu arbeiten ist, qualifizierte sich mit „El Tri“ für die WM 2002 in Japan und Südkorea. Es war die erste Qualifikation einer ecuadorianischen Nationalmannschaft für eine Endrunde.

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Beim Turnier holte Gomez für Ecuador mit dem 1:0 gegen Kroatien schließlich auch den ersten WM-Sieg für Ecuador, schied aber nach Niederlagen gegen Mexiko und Italien aus. Nach drei Niederlagen bei der Copa América 2004 trat Gomez auch in Ecuador zurück. Es folgte ein erfolgloses Intermezzo als Nationalcoach von Guatemala (2006 – 2008), unrühmlich war sein Rausschmiss bei Kolumbien 2011.

Mit der Nationalmannschaft Panamas arbeitete er jedoch wieder erfolgreich. Beim Concacaf Gold Cup 2015 belegte er mit dem kleinen Land Platz drei. Schließlich schaffte er die überraschende Qualifikation für die WM 2018 in Russland – auch dank eines spektakulären Phantom-Tores.

Defensive geht bei Panama über alles

Seine Fußball-Philosophie: Egal, mit welchem Team: Gomez predigt einen extrem defensiven Fußball. Das zeigt sich darin, dass seine Mannschaften selbst gegen Top-Nationen nie viele Gegentore kassieren. In der WM-Qualifikation waren es nur 15 in 16 Spielen – gegen Mannschaften wie Brasilien und Kolumbien. Bei Panama geht auch bei der WM 2018 in WM-Gruppe G Defensive über alles.

Seine Stärke (n): Gomez ist nah dran an seinen Spielern. Er spricht ihre Sprache, bindet sie in Entscheidungen mit ein. Er vermittelt seinen Teams höchste Disziplin. Daher rührt auch die Stärke in der Rückwärtsbewegung sowie im Umschaltverhalten von offensiv auf defensiv.

Hernan Dario Gomez ist unbeherrscht

Seine Schwäche (n): Gomez ist hochemotional, übertrieben leidenschaftlich, teils unbeherrscht. Auch an der Seitenlinie. Die Prügel gegen eine Dame vor einem Nachtclub sind wohl auch Ausdruck dieser Unbeherrschtheit. Mehr Coolness würde diesem Mann gut tun – in jeder Beziehung.

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