Mexiko bei der WM 2018

Juan Carlos Osorio: Unverschämt, unflätig, unbeherrscht – ER coacht Mexiko gegen Deutschland

Spielt mit Mexiko bei der WM 2018 gegen Deutschland: Trainer Juan Carlos Osorio. (Credit: imago/ZUMA Press)
Spielt mit Mexiko bei der WM 2018 gegen Deutschland: Trainer Juan Carlos Osorio. (Credit: imago/ZUMA Press)

Trainer Juan Carlos Osorio steht für den offensiven Fußball von Mexiko. Doch immer wieder fällt der Coach der Lateinamerikaner mit unflätigen Beleidigungen gegen Gegner negativ auf. In der WM-Gruppe F geht es unter anderem gegen das DFB-Team und Bundestrainer Joachim Löw. Kann sich Osorio bei der WM 2018 in Russland beherrschen?

„Fucking Asshole!“ „You Motherfucker!“ Die Kraftwörter, die Juan Carlos Osorio seinem neuseeländischen Gegenüber Anthony Hudson beim Confed Cup 2017 entgegen schmetterte, hatten es in sich. Der Trainer der mexikanischen Nationalmannschaft verliert nicht selten die Beherrschung. Die Beleidigungen, die er dabei gebraucht sind eines Nationalcoaches nicht würdig – eigentlich.

Anzeige

Juan Carlos Osorio trifft auf Joachim Löw

Denn: Osorio hat zu viel Erfolg, als dass sich der Verband von Mexiko vor der WM 2018 in Russland vom Kolumbianer trennen würde. Und so bekommen es Bundestrainer Joachim Löw und das DFB-Team in WM-Gruppe F mit dem „Vulkan“ zu tun. die-mannschaft.blog erklärt Mexiko-Coach Juan Carlos Osorio.

Seine Trainer-Stationen: Osorio musste seine Karriere als Spieler in Südamerika bereits nach fünf Jahren verletzungsbedingt beenden.

Seine erste Chance im Trainergeschäft bekam er als Assistent bei Manchester City in der Premier League (zwischen 2001 und 2005). Jahrelang coachte er anschließend in der MLS.

Mit Mexiko bei der WM 2018: Juan Carlos Osorio (li.). (Foto: imago /TAR TASS)
Mit Mexiko bei der WM 2018: Juan Carlos Osorio (li.). (Foto: imago /TAR TASS)

2007 war er für die Chicago Fire verantwortlich, mittlerweile Ex-Klub von Weltmeister Bastian Schweinsteiger. Nach Ende der Saison heuerte er bei den New York Red Bulls an, für die der Kolumbianer bis zur Trennung im August 2009 coachte.

Anzeige

Nach dem brasilianischen Spitzenklub FC Sao Paulo folgte schließlich das Engagement bei Mexiko.

Juan Carlos Osorio opfert defensive Absicherung

Seine Fußball-Philosophie: Der Hashtag #nieohnemeinteam passt wohl auch sehr gut auf den Nationalcoach von Mexiko. Wobei der Hashtag bei ihm wohl eher #niegegenmeinteam lauten sollte. Osorio lebt die Philosophie die Fußball-Trainer gerne mit dem Begriff Kumpanen oder Komplizen umschreiben.

Er und seine Spieler sind Komplizen, die es dem Gegner so schwer wie möglich machen wollen. Entsprechend ist auch sein sehr offensives 4-3-3 ausgelegt, mit dem er den Kontrahenten durch permanentes Pressing und Gegenpressing sowie rasantes Umschaltspiel stressen will. Osorio kommt die Ballsicherheit seines Personals entgegen. Er opfert dabei aber die defensive Absicherung, was sich regelmäßig rächt – zum Beispiel beim 1:4 im Confed-Cup-Halbfinale gegen Deutschland.

Seine Stärke (n): Beschriebene Bindung zu seinen Spielern lohnt sich für ihn. Sie schützen ihn selbst bei und nach seinen Wutausbrüchen. Zudem versucht Osorio stets dem Gegner sein Spiel aufzuzwingen – egal, gegen wen es geht. Das war selbst gegen Weltmeister Deutschland beim Confed Cup der Fall. Dieser Mut zahlt sich oft aus.

Juan Carlos Osorio hat sich nicht im Griff

Seine Schwäche (n): Er hält nicht nur stur an seinem Spielsystem fest. Osorio hat sich – direkt gesprochen – nicht im Griff. Beim Confed Cup 2017 ließ er seinem Fehltritt gegen Neuseeland weitere unflätige Beleidigungen gegen Portugal im Spiel um Platz drei folgen. Daraufhin sanktionierte ihn die Fifa mit sechs Spielen Sperre und einer Geldstrafe in Höhe von 5.000 Schweizer Franken. Osorio verpasste so auch den Concacaf Gold Cup 2017.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen