DFB-Team bei der WM 2018

Wutrede von Toni Kroos: Endlich wieder Chefansagen im DFB-Team!

Leader im DFB-Team: Toni Kroos. (Foto: imago/DeFodi)
Leader im DFB-Team: Toni Kroos. (Foto: imago/DeFodi)

Die deutsche Nationalmannschaft erhöht die Schlagzahl mit Blick auf die WM 2018 in Russland – rhetorisch, verbal, selbstkritisch. Nach dem Testspiel Deutschland gegen Brasilien spricht Toni Kroos Klartext, wie der deutsche Fußball-Fan es im DFB-Team lange nicht gesehen hat. Endlich sagen sie sich konstruktiv und öffentlich die Meinung. Ein Kommentar.

Beinahe vergessen sind sie. Die Zeiten, als Fußball-Deutschland sehnsüchtig eine Leitwolf-Debatte führte. Diskutierten die ernannten Experten landauf und landab über das DFB-Team, war gerne die Rede von Wohlfühloase.

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Mutmaßlich glattgebügelte Profis, Interviews im Schongang, keine scharfe Selbstkritik. Nach dem Spiel Deutschland gegen Brasilien (0:1) zeigte Toni Kroos in Berlin nun seine Leader-Qualitäten – und wie selbstkritisch die deutsche Nationalmannschaft mit sich wirklich selbst umgeht.

Harte Kritik von Toni Kroos an DFB-Team

„Mannschaftlich überwiegt das Negative. Da hat man gesehen, dass wir doch nicht so gut sind, wie uns immer gesagt wird, und wie manche von uns vielleicht glauben“, sagte der Weltmeister von Real Madrid im ZDF mit Blick auf die WM 2018 in Russland.

Seine Analyse war schonungslos: „Wir haben kaum den Ball gehalten vorne, uns viel zu einfach abkochen lassen. Das, obwohl wir einige Spieler auf dem Platz hatten, die die Möglichkeit hatten, sich zu zeigen“, meinte der Star von Real Madrid weiter. „Das haben sie nicht getan.“ Deutliche Worte. Harter Tobak.

Scharfe Töne bei deutscher Nationalmannschaft

Das hieße jetzt nicht, sagte Kroos moderater weiter, „dass wir nicht zur WM fahren brauchen, aber da war ne Menge Luft nach oben.“ Doch endlich spricht einer Fehler wieder unmissverständlich an. Endlich packt wieder einer im DFB-Team die Kollegen nach dürftiger Leistung bei der Ehre.

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Endlich äußert einer wieder Chefansagen. Das kann nur im Interesse von Bundestrainer Joachim Löw sein. Und das kann nur im Interesse einer erfolgreichen Fußball-WM von Fußball-Deutschland sein.

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