DFB-Team bei der WM 2018

WM 2018: Ist er die große Überraschung im WM-Kader von Joachim Löw?

Ein Kandidat für die Fußball-WM 2018 in Russland? Nils Petersen vom SC Freiburg. (Foto: imago/Eibner)
Ein Kandidat für die Fußball-WM 2018 in Russland? Nils Petersen vom SC Freiburg. (Foto: imago/Eibner)

Joachim Löw ist für Überraschungen im DFB-Team bekannt. David Odonkor vor der Fußball-WM 2006, der damalige Zweitliga-Profi Marko Marin vor der EM 2008, Erik Durm vom BVB und Christoph Kramer bei der WM 2014 – der Bundestrainer nominiert stets Spieler für die deutsche Nationalmannschaft, mit denen niemand rechnete. Kommt ins Aufgebot für die WM 2018 nun ein Ex-Stürmer des FC Bayern?

Horst Hrubesch ist ein Kenner von Bundestrainer Joachim Löw. Und Hrubesch kennt Nils Petersen bestens.

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Nicht nur das: Der Sportdirektor des DFB weiß vor allem um die Qualitäten des reflektierten Norddeutschen, holte mit dem Stürmer des SC Freiburg bei Olympia 2016 in Brasilien Silber.

Nils Petersen war bester deutscher Stürmer

„Ich glaube, Jogi Löw kennt ihn auch. Und wenn der Bundestrainer jemanden braucht, nimmt er ihn auch“, sagte Hrubesch unlängst auf Petersen angesprochen.

Vereinfacht gesprochen, war Petersen in der gerade abgelaufenen Bundesliga-Saison der beste deutsche Stürmer. Löw beobachtete Petersen zum Saisonabschluss gegen den FC Augsburg (2:0).

Jetzt könnte man sagen, der Bundestrainer lebt in Freiburg. Doch Löw hatte Urs Siegenthaler dabei. Und bei Augsburg spielte weder ein Nationalspieler von Mexiko, Schweden oder Südkorea, ergo, den Gegnern aus der WM-Gruppe F (Hier geht es zum WM-Spielplan.). Alles wegen Petersen also?

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Fakt ist: Der 29-Jährige, der einst beim FC Bayern zwischen 2011 und 2013 unter Vertrag stand – und in München letztlich scheiterte -, erzielte in der vergangenen Spielzeit 15 Treffer. Mehr als Kevin Volland (14). Mehr als Sandro Wagner (12). Und mehr als Mario Gomez (9).

Mario Gomez? Sandro Wagner? Nils Petersen?

Doch während deutschlandweit nur darüber diskutiert wird, welcher der beiden Letztgenannten für Deutschland bei der WM 2018 in Russland stürmen soll, oder gar beide, fällt der Name Petersen kaum.

Zum Glück, möchte man für den Ex-Bayern-Angreifer schon sagen. Denn: Löw ist bekannt dafür, Spieler mit zu großen Turnieren zu nehmen, mit denen keiner so richtig rechnet.

David Odonkor prominentestes Beispiel

Marko Marin 2008, Holger Badstuber 2010, damals beim FC Bayern, heute beim VfB Stuttgart, Erik Durm (BVB) 2014 – die Beispiele sind zahlreich und prominent.

Am meisten blieb wohl David Odonkor von der Heim-WM 2006 in Erinnerung, samt seiner so wichtigen Vorarbeit auf Miroslav Klose zum 1:0 im zweiten Gruppenspiel gegen Polen.

Nils Petersen traf bei Olympia sechs Mal

Hrubesch nannte ein vielleicht entscheidendes Argument pro Petersen: „Er braucht keine Eingewöhnung. Wenn er im Strafraum den Ball bekommt, macht er ein Tor.“

Bitterer Moment: Nils Petersen verschießt im Finale von Olympia 2016 den entscheidenden Elfmeter gegen Brasilien. (Foto: imago/Rene Schulz)
Bitterer Moment: Nils Petersen verschießt im Finale von Olympia 2016 den entscheidenden Elfmeter gegen Brasilien. (Foto: imago/Rene Schulz)

Bei Olympia in Rio de Janeiro waren es sechs in sechs Spielen. Weiteres Plus: seine Bescheidenheit.

„Wenn der Bundestrainer anruft, gehe ich natürlich ran“, erklärte er in dieser Saison einmal, schob dann aber beinahe rechtfertigend nach, dass die deutsche Nationalmannschaft sehr eingespielt sei.

Joachim Löw mag diesen Typ Spieler

Löw mag diesen Typ Spieler, jenen, der das Mannschaftsgefüge fördert, und es nicht durcheinander bringt durch irgendwelche Allüren.

Und so könnte just jener bescheidene Ex-Bayer zur ungeahnten Alternative für die Fußball-WM 2018 in Russland werden. Dann, wenn Löw an diesem Dienstag seinen vorläufigen WM-Kader bekannt gibt.

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