Ägypten bei der WM 2018

Mohamed Salah: Ägypten hätte seinen Fußball-Pharao gerne zum Staatschef

Mohamed Salah führte Ägypten fast im Alleingang zur WM 2018. (Foto: imago/Sportimage)
Mohamed Salah führte Ägypten fast im Alleingang zur WM 2018. (Foto: imago/Sportimage)

Wer derzeit über Fußball spricht, spricht über Mohamed Salah:  Der Stürmer des FC Liverpool wird zu Englands Fußballer des Jahres gekürt, schießt Tore wie eine Maschine, ist in seiner Heimat Äygpten inzwischen ein Volksheld und schürt Hoffnungen für die Fußball-WM 2018 in Russland. Sein Werdegang ließ das nicht unbedingt vermuten.

König Salah regiert die Anfield Road: In der aktuellen Saison bricht Mohamed Salah Rekord um Rekord. Im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals überrollte der FC Liverpool AS Rom 5:2. Bester Mann: Na klar, Mo Salah mit zwei Toren und zwei Vorlagen.

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FC-Liverpool-Mann ist Fußballer des Jahres

Mitte April war Salah zu Englands Fußballer des Jahres gekürt worden. Überraschend? Keineswegs! Der 25-Jährige schoss bis zu seiner Roma-Gala 43 Tore in 47 Spielen.

Er ist wie kein anderer für den Erfolg der „Reds“ in der aktuellen Spielzeit verantwortlich. „Ich bin wirklich glücklich, dass ich dich in dieser Saison trainieren durfte“, sagte LFC-Trainer Jürgen Klopp in der Video-Laudatio zur Auszeichnung.

Nationalmannschaft: Ganz Ägypten feiert Mo Salah

Sehr glücklich über ihren „Helden“ sind auch Salahs Landsleute: In seiner Heimat Ägypten wird Mo Salah gefeiert. Zum ersten Mal seit 1990 ist das Land aus Nordafrika wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei, der WM 2018 in Russland.

Salah traf dabei in fünf Spielen fünf Mal; die Fans im Stadion nennen ihn mit eigenen Sprechchören „ägyptischen König“, einen Pharao also.

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In politisch ungewissen und unruhigen Zeiten gibt Salah den Ägyptern Hoffnung. Spektakulär Bei der Parlamentswahl Ende März erhielt der Fußballer fünf Prozent aller Stimmen, obwohl er nicht einmal zur Wahl angetreten war.

Der Fußballstar verleiht seinem Land Glanz, den es inmitten der Zerstörung und Bürgerkriegs-Staubs nicht gibt.

Vier Stunden Busfahrt: Mo Salah hat nur einen Traum

Lange war Salah einer von ihnen, ohne Geld, aber mit einem Traum. Dieser Traum hieß: Fußballprofi werden!

Um diesen Traum zu erreichen, fuhr der junge Stürmer mehrere Jahre täglich vier Stunden mit dem Bus von seiner Heimatstadt Basyoun in die Hauptstadt Kairo; musste dabei umsteigen, „drei, vier oder manchmal sogar fünf Mal pro Strecke“. Eine Tortur. Nur um für den Verein Arab Contractors spielen zu können.

Nachdem er mehrfach in der ersten Mannschaft gespielt hatte, passierte das, wovor wohl jeder (junge) Ägypter Angst hatte.

Nach Ausschreitungen bei einem Fußballspiel stellte der ägyptische Fußballverband den Liga-Betrieb ein. Es roch im Land bereits nach Unruhen.

Mohamed Salah: Probleme beim FC Basel

Salah hatte aber auch Glück. Denn nach einem Freundschaftsspiel der U23, für die der damals 19-Jährige aktiv war, entdeckte der FC Basel sein Talent und holt ihn unverzüglich in die Schweiz.

Doch auch in Europa hatte Salah mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Torgefahr? Von wegen! „Ich kann mich nicht erinnern, dass er anfangs bei uns überhaupt mal aufs Tor geschossen hat, selbst im Training nicht“, sagte sein damaliger Teamkollege Matthias Steinhöfer jüngst der Süddeutschen Zeitung.

Die Kälte, die neue Umgebung, die neuen Menschen hätten ihm zu schaffen gemacht.

Zuerst Champions League, dann Fußball-WM 2018

Dennoch gab sich der junge Fußballprofi nie auf, glaubte an sich, arbeitete hart an sich: FC Chelsea, AC Florenz, AS Rom, dann kam im Sommer 2017 der FC Liverpool: Mo Salah wechselte für 42 Millionen Euro zu den „Reds“ in die Premier League.

Mit ihnen will er nun den Henkelpott holen. Und danach seine Landsleute stolz machen.

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