Ägypten bei der WM 2018

Hector Cuper: Der FC Bayern bescherte dem Ägypten-Coach ein Fußball-Trauma

Keine guten Erinnerungen an den FC Bayern: der ägyptische Nationaltrainer Hector Cuper. (Foto: imago/ZUMA Press)
Keine guten Erinnerungen an den FC Bayern: der ägyptische Nationaltrainer Hector Cuper. (Foto: imago/ZUMA Press)

Hector Cuper führt Ägypten zu seiner erst dritten WM-Teilnahme überhaupt. Und: Für die WM 2018 in Russland hat der Argentinier große Ziele. Gegen den FC Bayern verlor der ägyptische Nationaltrainer einst ein nicht minder großes europäisches Endspiel. Ohnehin haftet Cuper bei der Fußball-WM ein Makel an.

Hector Cuper gilt als rastloser Mensch. Die ägyptische Nationalmannschaft hat von der Getriebenheit ihres Trainers allemal profitiert, ist bei der WM 2018 in Russland dabei, hat sich nach 28 Jahren überhaupt erstmals wieder für eine Fußball-WM 2018 qualifiziert.

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Klar: Mohamed „Mo“ Salah ist der Star schlechthin bei Ägypten. Aber auch Cuper liefert reichlich Gesprächsstoff. die-mannschaft.blog stellt den ägyptischen Nationaltrainer vor.

Hector Cuper scheiterte am FC Bayern

Seine Trainer-Stationen: Cuper trainierte anfangs in seiner Heimat Argentinien die Klubs Huracan und Lanus, wechselte dann in die Primera Division zu Real Mallorca.

Aus den Kickern von den Ballearen formte er in nur zwei Jahren ein Spitzenteam, gewann mit Mallorca zuerst den spanischen Pokal (1998) und zog dann ins letzte Finale des Europapokals der Pokalsieger ein.

Mit dem FC Valencia gegen den FC Bayern

In diesem verlor er jedoch gegen Lazio Rom (1:2). Cuper wechselte innerhalb der Primera Division, führte nun, in seinem ersten Jahr, den FC Valencia ins Champions-League-Finale (2000). Die Niederlage gegen Real Madrid war jedoch deutlich – 0:3.

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Schließlich zog Valencia in der darauffolgenden Saison wieder ins Champions-League-Finale ein, verlor in diesem aber diesmal gegen den FC Bayern – und einen gewissen Oliver Kahn im Elfmeterschießen.

Cuper ging zu Inter Mailand in die Serie A, wurde mit den Italienern zwei Mal in Folge Vizemeister. Nach der Rückkehr nach Mallorca lief es anschließend nicht mehr.

Die Engagements bei Betis Sevilla und dem FC Parma hielten nicht lange, auch nicht die bei Aris Saloniki, Racing Santander und Orduspor in der Türkei. Erfolge feierte er erst wieder als ägyptischer Nationaltrainer.

Ägyptischer Nationaltrainer ist ein Disziplinfanatiker

Seine Fußball-Philosophie: Cuper wird gerne als Disziplinfanatiker bezeichnet. Tiki Taka, Klein-klein, Zauberfußball – das ist alles nicht seins.

Fußball ist für ihn pragmatisch ziel- und damit erfolgsorientiert, dafür opfert Cuper bereitwillig das schöne Spiel. Dem Pragmatischen ordnet er selbst die eigene Anerkennung bei den Fans unter.

So musste er Erzählungen zufolge das Stadion in Valencia wegen des Zorns der eigenen Fans mehrfach durch den Lieferanteneingang verlassen.

Hector Cuper hat Mo Salah im Griff

Seine Stärke (n): Für Cuper gibt es nur einen Boss: Cuper. Selbstherrliche Stars mit Allüren haben keine Chance, Ausnahmekönner weist er wie selbstverständlich zurecht.

Schon mehrfach bremste er in seiner Trainerkarriere vermeintlich und tatsächlich schwierige Charaktere gekonnt aus.

Mit Mohamed Salah hat er einen der derzeit wohl weltweit besten Fußballer in seinen Reihen – dass dieser sich zu wichtig nimmt, ist unter diesem ägyptischen Nationaltrainer wohl ausgeschlossen.

Ramadan macht ägyptischem Nationaltrainer Sorgen

Seine Schwäche (n): Der Glaube seiner Spieler erschwert ihm die WM-Vorbereitung. So beginnt der muslimische Fastenmonat Ramadan Mitte Mai und endet erst kurz vor dem WM-Auftakt der ägyptischen Nationalmannschaft am 15. Juni gegen Uruguay im Zentralstadion Jekaterinburg.

„Meine Spieler fasten dann vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang, wann soll ich trainieren? Ich kann keinen Menschen trainieren lassen, der keine Flüssigkeiten und keine Kalorien im Körper hat“, sagte der 62-Jährige der argentinischen Zeitung La Nación.

Cuper hofft: „Der Koran sagt, dass es Ausnahmesituationen gibt, etwa wenn man auf Reisen ist.“ Für das große Ziel. Erst einmal erreichte Ägypten das WM-Achtelfinale einer Fußball-WM – 1934 war das, in Italien.

Cuper ist trotz oder gerade wegen des Bayern-Fußball-Traumas ohne Zweifel ein Mann, um Geschichte zu schreiben.

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